Roadtrip USA Westküste – Teil 3: Wildlife hoch 3

Was in der ersten 2 Wochen unsere USA Reise geschah erfahrt ihr hier und dort.

Tag16: Da es schon so gut losging mit den Bisons (Teil 2), wollen wir uns mehr dem Wildlife widmen. Wir schälen uns also bei frostigen Temperaturen um 5 Uhr morgens aus dem Schlafsack um Tiere zu beobachten. Wir machen uns auf zum Lamar Valley, wo Bisons, Wapitihirsche, Bären, Pronghornantilopen, Elche und Wölfe leben. Von unserem recht zentral gelegenen Campingplatz sind es immerhin 1,5h Autostunden dorthin (Yellowstone ist wirklich riesig). Die frostige Anfahrt im Dunkeln lohnt sich. Im Sonnenaufgang können wir ein ganzes Rudel Wölfe im Tal beobachten. Und auch alle anderen Tiere bis auf Bär und Elch, die sich leider rar machen. Aber wir sind zufrieden und hatten wohl auch großes Glück, denn die Wölfe lassen sich am seltensten Blicken und es gibt nur 96 im ganzen Park – also auf 9000 Quadratkilometern. Wir bleiben 3 Stunden und bestaunen die Wölfe mit bloßem Auge und durch professionelle Fernrohre von anderen Wildlife Watchern. Es sind stolze, wunderschöne Tiere und manche kommen sogar ziemlich nah beim Überqueren der Straße. Auch das Geheul der Wölfe ist beeindruckend. Das werden wir nie vergessen. Auf der Rückfahrt entdecken wir dann auch noch ein Pärchen Fischadler in ihrem Nest und verweilen zum Beobachten.

Den Nachmittag verbringen wir im Dörfchen Mammoth Hot Springs, hier gibt es heiße Quellen, deren Überlauf terassenförmige Gebilde produziert. Da es sich hier um ein schickes Dorf handelt, werden die Wiesen gewässert und sind herrlich grün. Daher ist alles voll mit Wapitihirschen, die grünes Gras halt auch gut finden. Das ist schon irgendwie witzig, wie die Hirsche überall zwischen den Häusern grasen, wie die Kaninchen in Deutschland. Leider ist das auch nicht ganz ungefährlich, da die Hirsche recht aggressiv werden können, insbesondere da gerade Brunstsaison ist. Aber eine Gruppe Ranger ist dauerhaft vor Ort und passt gut auf die Touristen auf;-) Außerdem gönnen wir uns ein Eis und fallen fast in Ohnmacht, als wir sehen wie groß in Amerika ein ’single scoop‘ ist.

Tag 17: Hoch motiviert wollen wir wieder frühmorgens aufstehen um die Tierwelt in einem anderen Tal zu beobachten, leider macht uns aber der nächtliche Regen und die Glatteisgefahr einen Strich durch die Rechnung. Na ja, Ausschlafen ist auch nicht schlecht. Den Rest des Tages haben wir voll und ganz dem Geysir gewidmet, denn wenn man schon mal im Yellowstone Nationalpark ist, kann man sich ein bisschen Geysir Fun natürlich nicht entgehen lassen. Von insgesamt über 500 Geysiren, werden nur von einer Hand voll regelmäßig ausbrechender Geysire die Eruptionszeiten vorhergesagt. Bei diesen Geysiren liegen die Ruhezeiten zwischen 90 Minuten und 14 Stunden und die Eruptionen dauern zwischen 3 und 20 Minuten. Bei manchen Kandidaten sind die Vorhersagen auf ein Fenster von 20 Minuten exakt, bei anderen nur auf 4 Stunden. Wir haben uns also mit einer Liste an etwaigen Ausbruchszeiten und Ungenauigkeiten ausstaffiert und sind losgezogen. Natürlich muss man ein bisschen Geduld mitbringen und sitzt viel in der Kälte rum. Aber es lohnt sich doch mitzuerleben, wie eine scheinbar ruhige Quelle vor deinen Augen plötzlich explodiert. Wir waren ziemlich erfolgreich und haben in 6 Stunden 7 Geysire erlebt: Great Fountain, White Dome, Old Faithful, Grand Geysir, Riverside, Grotto und Castle.

Zwischendurch sind wir noch zum Fairy Falls Viewpoint hochgestratzt, von wo man einen großartigen Blick auf den Grand Prismatic Pool hat, der drittgrößten heißen Quelle der Welt: atemberaubend farbig!

Tag 18: Da es gestern nicht geklappt hat, klingelt der Wecker heute wieder um 5 und wir machen uns wieder auf um Tiere zu beobachten, diesmal im Hayden Valley. Hier sind es nur -11 Grad, was zwar absolut brutal ist, aber auch wunderschön. Die ganze Landschaft ist mit einer dünnen Schicht Eis bedeckt, und sogar die Bisons. Besonders gut gefallen uns heute die Wapitihirsche, die im Dunst wunderbar mystisch aussehen. Wir besuchen dann noch den sogenannten mud pool, eine blubbernde Quelle aus Schlamm und bewundern vom Aussichtspunkt den ‚Great Canyon of the Yellowstone‘, dessen gelbes Gestein Namensgeber ist. Jetzt ist unsere Zeit im Yellowstone Nationalpark auch leider schon vorbei und wir verlassen den Park gen Idaho.

Tag 19: Mehr durch Zufall landen wir auf dem Mond, da es hier einen Campingplatz gibt. Bei ‚Craters of the Moon‘ handelt es sich um ein riesiges Lavafeld und man hat wirklich das Gefühl man wär hier auf dem Mond. Es gibt Krater, Hügel und Höhlen und alles aus Lavagestein. In einer der Höhlen wurden sogar die Apolloaustronauten trainiert. Wir wagen uns in eine andere, interessant aber auch spooky und erkunden auch sonst die Mondlandschaft.

Tag 20: Heute geht es weiter nach Oregon und wir verbringen mehrere Stunden im ‚Oregon Trail Interpretive Center‘ wo es alles über die Völkerwanderung vom Osten in den Westen der USA im 19ten Jahrhundert zu lernen gibt: 2000 Meilen zu Fuß, uff! Die Ausstellung ist ziemlich interessant und für die USA überraschend informativ.

Tag 21: Schlussendlich überqueren wir die Grenze nach Washington, hier gibt aber erstmal nicht viel zu tun, außer Wäsche zu waschen und leckere Burger zu essen:-)

Tag 22: Heute machen wir uns auf den Mount St Helens zu erkunden. Dieser Vulkan in der Nähe von Portland ist 1980 ausgebrochen und hat dabei eine riesige Fläche um den Berg herum vernichtet. Vom ‚Johnson Ridge Observatory‘ aus kann man die abgerutschte Seite wunderbar sehen und bekommt auch ein paar Infos, aber leider auch wirklich nur ein paar. Für Wissenschaftler ist der Ausbruch von 1980 und die folgenden sehr aufschlussreich gewesen, weil man den Hergang und die Folgen direkt beobachten, und daraus lernen konnte.

Tag 23: Heute haben wir den letzten Tag unser Auto und nutzen es um eine Outlet Mall anzufahren und unverschämt günstig den Jeans Laden leer zu kaufen;-)

Tag 24 und 25: Auto am Seattle Airport abgegeben, geht es auf in die Stadt um noch 2 Tage Seattle zu Fuß zu erkunden. Irgendwie sind wir ein bisschen müde und verbringen die meiste Zeit im Hostel was zur Abwechslung mal ein tolles Hostel ist. Aber ein bisschen durch den Pike Markt schlendern steht natürlich trotzdem auf der Agenda. Per Bus geht es dann weiter nach Kanada und die Vorfreude ist groß!!

Unser Fazit: Der Roadtrip durch die USA war wunderschön und hatte genau die richtige Länge. Dabei hat uns die Vielfalt der Landschaft und Tierwelt schwer beeindruckt. Besonders die Besuche der Nationalparks Yosemite und Yellowstone waren die doch recht lange Route (5500km) wert. Witzigerweise hatten wir garnicht soviel Kontakt mit Amerikanern, denn ganz anders als in Australien wo uns so ziemlich jeder auf den Campingplätzen angequatscht hat, blieben die Amerikaner beim Camping meist unter sich. Aufgrund der weitläufig angelegten Campingplätze und riesigen Parzellen, war dies auch nicht besonders schwer. Wie immer muss man sich zunächst an die lokalen Gegebenheiten gewöhnen, insbesondere, dass man in Amerika an der Westküste nicht einfach so ohne Reservierung einen Platz auf einem Campingplatz findet. Aber nachdem wir das verstanden hatten, war Camping recht einfach und eigentlich auch recht komfortabel. In unserm geräumigen Deluxe-Schloss auf 4 Rädern aka Fullsize-Car haben wir uns nämlich pudelwohl gefühlt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.