Roadtrip USA Westküste – Teil 1: Amerika ist ausgebucht

Nach 4 Wochen in der Südsee sind wir gespannt auf unseren Roadtrip durch den Westen der USA – wieder etwas ganz anderes…

Teil 1

Tag 1 & 2: Unser Flug bringt uns erstmal nach Los Angeles, wo wir etwas verwirrt einen Tag doppelt erleben, da wir die Datumsgrenze überquert haben. Vor allem bekommen wir aber den totalen Kulturschock. Nach unserer Südseezeit ohne Autos, fließend Wasser und Strom, ist Los Angeles nicht gerade die weichste Landung in der westlichen Zivilisation. Wir finden es hauptsächlich unendlich stressig und vor allem das ewige Autofahren und im Stau stehen zehrt an unsere Nerven. Natürlich gönnen wir uns trotzdem ein Selfie mit dem Hollywood Schriftzug und klappern einige andere Highlights ab, wie den Mulholland Drive, das Griffith Observatory und den Santa Monica Pier. Kann man alles mal gesehen haben, aber so richtig überzeugt hat uns eigentlich nur das California Science Center, wo man neuerdings das Endeavour Space Shuttle bestaunen kann. Dort kann man sich mit freiwilligen Guides unterhalten, die in verschiedenen Positionen am Space Shuttle Project gearbeitet haben, das finden wir natürlich super interessant und wir löchern einen Physiker und eine Ingenieurin.

Tag 3: Schon nach nur 2 Tagen entfliehen wir Los Angeles in Richtung Norden und besuchen erstmal Santa Barbara, was uns mit seinem gemütlichen, fast europäischen Flair sehr gut gefällt. Als Highlight des Tages statten wir Peet’s Coffee einen Besuch ab um Black Tie zu trinken, was David aus seinem Ostküsten Roadtrip in ganz besonderer Erinnerung hat. Bald steht dann unsere erste Nacht auf dem Campingplatz in der Nähe von Santa Barbara an und wir freuen uns unser neues Luxusmobil zu testen. Bei der Autovermietung mussten wir 10 Minuten warten und bekommen ein gratis upgrade zu einem fullsize car, einem Dodge Grand Caravan. In diesem super Auto kann man die beiden hinteren Sitzreihen komplett einklappen, so dass eine ebene Ladefläche entsteht, auf der sich sogar David mit seinen 1.95m bequem ausstrecken kann. Wir sparen uns also den Kauf eines Billigzeltes und ziehen in unserem Dodge ein. Mit Hilfe von sogenannte Binderclips und Laken konstruieren wir uns ganz hervorragende Gardinen und motzen die Ladefläche mit einer Luftmatratze und Schlafsack auf. Fertig ist unser Wohnmobil. Die erste Nach läuft ganz formidabel und so soll es auch mit allen folgenden Nächten sein, ein besseres Zelt hätten wir uns gar nicht wünschen können!

Tag 4 : Amerika ist ausgebucht und wir sind schwer genervt. Eigentlich wollten wir gemütlich die Fahrt nordwärts entlang der Steilküste auf der Route 1 genießen und dort irgendwo übernachten. Mit unserem Auto können wir uns ja einfach auf irgendeinem Campingplatz auf die Wiese stellen dachten wir: Pustekuchen. Wir müssen uns wohl erst noch an das amerikanische System gewöhnen. Jeder Campingplatz hat designierte Parzellen und davon meist nur eine Handvoll. Eine Gemeinschaftswiese für Zelte gibt es nicht. Die Route 1 in Kalifornien ist so beliebt, dass man ein halbes Jahr im Voraus buchen muss. Wir fragen also verzweifelt an jedem Campingplatz nach und finden nichts. Wir fahren am Ende mehr als doppelt so weit wie geplant und können die Ausblicke der Route 1 nur so semi gut genießen. Am Ende (nach fast 5 Stunden fahrt) haben wir Glück und ergattern den vorletzten Platz auf einem ‚first-come-fist-serve‘ Campingplatz in Monterey, dem Veterans Memorial Park.

Tag 5: Weil es so schön ist, einen Platz zum Schlafen zu haben, entscheiden wir uns eine zweite Nacht in Monterey zu bleiben. Außerdem haben wir somit Zeit zum Planen gewonnen, das scheint hier wohl nötig zu sein…Wir buchen uns also erstmal für die folgenden 2 Nächte einen Campingplatz in den Suburbs von San Francisco und machen uns dann an das Mammutprojekt Yosemite. Eigentlich ist das hoffnungslos, denn die Campingplätze im Yosemite sind ebenso Monate im Voraus ausgebucht. Allerdings muss man bis 3 Tage im Voraus absagen, so dass im Laufe des Tages einzelne Parzellen im Yosemite frei werden: wir schlagen zu und buchen uns 3 Nächte auf unterschiedlichen Campingplätzen zusammen. Voller Freude bummeln wir nach Monterey in die Stadt rein und erkunden die lokale Brauerei. Mehr zufällig entdecken wir, dass Robert Louis Stevenson hier mal gewohnt hat. Das Museum hat zwar geschlossen, aber ein Selfie muss sein!

Tag 6: Wir düsen los gen San Francisco und lassen unser Auto auf dem Park & Ride in den Suburbs in der Nähe des nächsten Campingplatzes stehen. Mit der Bahn kann man gemütlich in einer halben Stunde in die Stadt reinfahren und spart sich das Parkplatzchaos. Im Gegensatz zu Los Angeles gefällt uns San Francisco richtig gut. Auch wenn die Stadt angeblich quasi immer im Nebel versinkt haben wir allerschönsten Sonnenschein und genießen es die Stadt zu Fuß zu erkunden, auch wenn es beachtlich hoch und runter geht. Wir stratzen kreuz und quer durch die Stadt und zum krönenden Abschluss natürlich einmal über die Golden Gate Bridge, die sich dank Sonnenschein von ihrer besten Seite präsentiert. Abends hüpfen wir wieder in die Bahn und kehren ein auf dem Campingplatz des Anthony Chabot Regional Park.

Tag 7: Heute passiert nicht viel: Wir fahren Einkaufen, planen weiter unseren Roadtrip und bewundern dabei die Truthähne auf dem Campingplatz.

Wie es im Yosemite und danach weiter geht, erfahrt ihr hier.

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